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Mitterlehner setzt Lehrberufspaket 2017 in Kraft

Wirtschaftsminister: Acht neue bzw. modernisierte Berufsbilder mit Schwerpunkt Digitalisierung - Lehre wird schrittweise fit für digitalen Wandel - Stufenplan auf Schiene

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat am Freitag das neue Lehrberufspaket 2017 in Kraft gesetzt. "Die Lehre muss schrittweise fit für den digitalen Wandel werden. Davon profitieren Lehrlinge und Betriebe", sagt Mitterlehner zum Paket mit insgesamt acht neuen bzw. modernisierten Ausbildungsordnungen. "Ab Herbst können rund 3.200 Lehranfänger mit den neuen Berufsbildern ausgebildet werden", erläutert Mitterlehner. In einer sich rasant ändernden Wirtschaftswelt müsse die Lehre laufend attraktiver gemacht werden. „Der Trend in Richtung Industrie 4.0 bringt neue Aufgaben. Parallel dazu hat der demographische Wandel zu einer sinkenden Zahl an Jugendlichen geführt. Zudem steigt der Wettbewerb der Unternehmen mit den weiterführenden Schulen um die besten Jugendlichen“, skizziert Mitterlehner die aktuellen Herausforderungen. In diesem Sinne profitieren Lehrlinge ab 1. Juli auch von kostenlosen Vorbereitungskursen vor der Abschlussprüfung sowie Gratis-Sprachkursen im Ausland.

Die Hälfte der acht neuen Berufsbilder 2017 geht direkt auf die Digitalisierung ein: So erhält der Einzelhandel den Schwerpunkt „Digitaler Verkauf“. Auch die Reifen- und Vulkanisationstechnik sowie der Fertigteilhausbau nehmen künftig stärker auf den digitalen Wandel Bezug, zum Beispiel aufgrund des verstärkten Einsatzes von Diagnosecomputern oder digital gesteuerter Produktionsanlagen für Bauelemente. Ebenfalls modernisiert wird die Sonnenschutztechnik, weil in der Praxis immer öfter Automatisierungssysteme eingesetzt werden. Darüber hinaus werden die Lehrberufe Buchbinder, Pflasterer, Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutztechnik (bisher Isoliermonteur) erneuert.

Auf Grundlage eines strukturierten Arbeitsplans sollen in den Jahren bis 2020 insgesamt 46 weitere Lehrberufe neu ausgerichtet werden - von Glasverfahrenstechnik, Chemieverfahrenstechnik und Informationstechnologie über Installations- und Gebäudetechnik und Karosseriebautechnik bis zu Fahrradmechatronik und Sportgerätetechnik. Dazu kommt unter anderem der neue Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau für Handelsunternehmen, die selbst Online-shops betreiben. „Allein seit 2010 haben wir 56 Lehrberufe für 52.000 Lehrlinge angepasst oder neu konzipiert. Das entspricht mehr als einem Viertel der knapp 200 Lehrberufe bzw. rund der Hälfte der Lehrlinge“, zieht Mitterlehner eine positive Bilanz.

Weiter ausgebaut werden soll das vom Wirtschaftsminister lancierte Coaching-Programm für Lehrlinge und Lehrbetriebe: „Nach dem Start als Pilotprojekt wird es derzeit von rund 2.000 Lehrlingen pro Jahr in Anspruch genommen. Die Coaches helfen bei allen großen oder kleinen Herausforderungen im Ausbildungsalltag, um insbesondere die Drop-Out-Zahlen weiter zu senken“, erläutert Mitterlehner. Ab Herbst 2017 wird das Coaching-Angebot in Kooperation mit Jugendeinrichtungen noch stärker bekanntgemacht.

Ebenfalls ausgebaut wird die Mitte 2016 als Pilotprojekt gestartete überregionale Lehrstellenvermittlung von Lehrlingen vorrangig aus Wien. Das Programm „b.mobile – Fachkräftepotenzial nutzen“ soll bis Sommer ausgeschrieben werden und ab 2018 als längerfristiges Programm starten. Weiters ausgeschrieben und langfristig etabliert wird die seit 2013 pilotmäßig eingerichtete "Clearingstelle Lehrabschlussprüfung", die für bundesweit einheitliche Standards und zeitgemäße Abwicklung bei der Lehrabschlussprüfung zuständig ist.

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Veröffentlicht am: 12.05.2017 09:40