Presse

Mitterlehner macht Lehre fit für die Digitalisierung

Wirtschaftsminister stellt Lehrberufspakete vor - Über 50 Ausbildungen werden erneuert und fit für digitalen Wandel - Kostenlose Vorbereitungs- und Sprachkurse für Lehrlinge

Vizekanzler Mitterlehner auf Betriebsbesuch bei SiemensVizekanzler Mitterlehner auf Betriebsbesuch bei Siemens
Vizekanzler Mitterlehner auf Betriebsbesuch bei Siemens
Vizekanzler Mitterlehner auf Betriebsbesuch bei Siemens
Fotocredit: Glaser

Aufgrund der Digitalisierung und den steigenden Anforderungen der Betriebe hat Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Mittwoch ein umfangreiches Lehrberufspaket vorgeschlagen. Bis 2020 will Mitterlehner insgesamt 54 Lehrberufe modernisieren und neu ausrichten. Zudem profitieren Lehrlinge ab dem 1. Juli von kostenlosen Vorbereitungskursen vor der Abschlussprüfung und Gratis-Sprachkursen im Ausland. „Die Lehre muss fit für den digitalen Wandel werden. Zusätzlich machen wir die Fachkräfteausbildung für Lehrlinge und Betriebe noch attraktiver. Damit werten wir die Lehre auch imagemäßig auf", sagte Mitterlehner bei einem gemeinsamen Betriebsbesuch mit Generaldirekter Wolfgang Hesoun bei Siemens Österreich in Wien, wo derzeit 120 Lehrlinge ausgebildet werden.

Die bewährte duale Ausbildung stärkt den gesamten Wirtschaftsstandort, steht aber vor großen Herausforderungen: „Der digitale Trend in Richtung Industrie 4.0 bringt neue Anforderungen. Parallel dazu führt der demographische Wandel zu einer sinkenden Zahl an Jugendlichen. Damit steigt auch der Wettbewerb der Betriebe mit den weiterführenden Schulen um die besten Köpfe", sagte Mitterlehner. Umso entscheidender sei eine attraktive Ausbildung, um noch mehr Jugendliche für eine Lehre zu begeistern.

Schon das Lehrberufspaket 2017 bringt acht neue bzw. modernisierte Berufsbilder. Davon geht die Hälfte direkt auf die Digitalisierung ein, um etwa den digitalen Verkauf oder den Einsatz digital gesteuerter Anlagen besser ausbilden zu können. In den nächsten Jahren werden gemäß Mitterlehners Plan zahlreiche weitere neue Lehrberufe und Ausbildungsordnungen folgen. Die Vielfalt ist groß: von der neuen Glasverfahrenstechnik über die Informationstechnologie, die Installations- und Gebäudetechnik und den E-Commerce-Kaufmann bis zum künftigen Fahrrad-Mechatroniker oder Sportgerätetechniker.

Neue Angebote für Lehrlinge

Mitterlehner setzt auch das geplante Lehrlingspaket zügig um: Ab 1. Juli werden die vollen Kosten für alle Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernommen. Bisher war die Rückerstattung mit 250 Euro gedeckelt, aber vor allem in technischen Berufen sind die Kurse aufwendiger und fallen daher Kosten von bis zu 800 Euro an. Zusätzlich wird die Antragstellung für die Rückerstattung erleichtert und erweitert. Derzeit nützen diese Aktion pro Jahr 8.500 Lehrlinge, künftig sollen es bis zu 3.000 mehr sein.

Ebenfalls kostenlos werden die Sprachkurse von Lehrlingen im Ausland. Gefördert werden bis zu zwei Wochen Sprachaufenthalt. Umfasst sind die Kosten der Sprachschule, die Reise- und Aufenthaltskosten sowie eine Prämie von 210 Euro für zwei Wochen. Die Betriebe erhalten zwischenzeitlich die aliquote Lehrlingsentschädigung ersetzt.

Innovative Lehrlingsausbildung bei Siemens

Siemens Österreich bildet derzeit 400 Jugendliche aus, 20 verschiedene Lehrberufe stehen zur Wahl. Besonders beliebt ist die Ausbildung zum Mechatroniker: 61 Lehrlinge möchten diesen Beruf ergreifen. Bei Siemens können die Lehrlinge aller Ausbildungsrichtungen während der Lehrzeit die Matura absolvieren. Vor allem bei den 17 technischen Lehrberufen steht die Digitalisierung im Zentrum, daher wird auf den Kompetenzaufbau rund um Cloud Computing, Machine-to-Machine-Communication, additive Manufacturing, Netzwerktechnik oder Robotik großen Wert gelegt. Die Jugendlichen können in den Lehrwerkstätten mit 3D-Druckern, intelligenten Industrierobotern und mit Modellen von Produktionsstraßen arbeiten. So erhalten sie starken Praxisbezug zu Sensorik, Aktorik, Vernetzung und Datenübertragung und vertiefen ihr Wissen in diesen Bereichen.

„Die organisatorische und technologische Komplexität im Arbeitsalltag nimmt unaufhaltsam zu. Um auf Dauer ein attraktiver Arbeits- und Wirtschaftsstandort zu bleiben, müssen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen regelmäßig an den Zeitgeist angepasst werden", sagt Siemens-Österreich-Generaldirektor Hesoun. „Wir haben die Ausbildung fit für die zweifellos immer stärker digitalisierte Industrie gemacht, unsere Lehrlinge haben beruflich die besten Perspektiven. Allerdings wird die enorme Bedeutung der Lehre für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzt. Dabei sind gut ausgebildete Arbeitskräfte das wichtigste Asset, das wir haben – gerade in Zeiten der Digitalisierung. Denn: Auch eine digitale Fabrik will von kompetenten Facharbeitern errichtet und gewartet werden."

Kontakt

Presseabteilung: presseabteilung@bmwfw.gv.at

Weiterführende Informationen

Veröffentlicht am: 08.03.2017 12:50