Presse

Mahrer Erhalt der Medizinerquote sichert Qualität und Versorgung des Gesundheitsstandortes

EU-Moratorium aufgehoben - Weiterhin 75 Prozent der Anfängerplätze für heimische Studierende - Rechtssicherheit für Medizinische Universitäten

Die EU-Kommission hat heute die Aufhebung des EU-Moratoriums bekannt gegeben. „Mit der Beibehaltung der Mediziner Quote haben wir die Qualität und Versorgung unseres Gesundheitsstandortes nachhaltig sichergestellt und endlich Rechtssicherheit für unsere medizinischen Universitäten geschaffen. Das ist ein wichtiger Erfolg für Österreich und Ergebnis der jahrelangen Argumentation und Dokumentation für die Notwendigkeit der Quote“, sagt Wissenschaftsminister Harald Mahrer, der insbesondere seinem Amtsvorgänger Reinhold Mitterlehner für dessen konsequenten Einsatz dankt.
 
Die Europäische Kommission hat formell über die Einstellung des Verfahrens entschieden, Einzelheiten folgen in einem detaillierten Schreiben. „Wir haben bereits Maßnahmen zur Attraktivierung des Medizinberufs in Österreich gesetzt. Zusätzlich braucht es verbesserte berufliche Rahmenbedingungen für Jungärzte. Hier sind die künftigen Arbeitgeber und die einzelnen Standorte gefordert. Eine alleinige Aufstockung der Studierendenzahlen in Humanmedizin kann jedenfalls nicht die einzige Lösung sein, wenn offensichtlich ist, dass die Absolventen aus beruflichen Gründen wegziehen“, betont Mahrer.
 
2006 wurde die Quotenregelung für die Studien Human- und Zahnmedizin mit 75 Prozent der Plätze für Österreicher, 20 Prozent für EU Bürger und 5 Prozent für Bewerber aus Drittstaaten eingeführt. Ohne Regelung wäre etwa der Anteil der deutschen Studienanfänger im Jahr 2012 bei rund 50 Prozent gelegen, von denen allerdings ca. 77 Prozent nach Abschluss des Studiums wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ohne Quotenregelung wären rund 700 Medizin-Absolventen weniger in Österreich geblieben und somit würden in der Folge bis 2030 etwa 3.500 Ärztestellen im Gesundheitssystem fehlen.
 
Derzeit werden in Österreich 1.476 Studienplätze für Humanmedizin sowie 144 Studienplätze für Zahnmedizin pro Jahr angeboten. Um den Medizinstandort zu attraktivieren und im Wettbewerb um die besten Ärzte zu bestehen, hat das Wissenschaftsministerium in den letzten Jahren umfassende Maßnahmen gesetzt. Die Gründung der Medizinischen Fakultät Linz schafft etwa bis zum Jahr 2022 300 weitere Anfängerplätze. Im Rahmen des Ausbaus der Studienplätze werden somit im Studienjahr 2022/23 1.800 Medizinplätze zur Verfügung stehen. Zudem wurde das Studium reformiert, wodurch mehr Praxiserfahrung für Studierende wie beispielsweise im Rahmen des klinisch- praktischen Jahres gewährleistet wird. Im Zuge der Umsetzung des Ärztearbeitszeitgesetzes wurden die Gehälter der österreichischen Spitalsärzte um bis zu 30 Prozent angehoben. Damit wurde ein vergleichbares Gehaltsniveau wie in Deutschland erreicht.

Kontakt

Presseabteilung: presseabteilung@bmwfw.gv.at

Veröffentlicht am: 17.05.2017 10:50