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Abbruch des alten Chemie Gebäudes der Universität Innsbruck. Finanzierung des Neubaus gesichert

81,4 Mio. Euro Investition in den Wissenschaftsstandort Tirol - Ausschreibung des Architekturwettbewerbs bis Ende des Jahres

 

 Fotocredit: Fridolin Schuster

Die Finanzierung eines großvolumigen Neubaus an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist gesichert. Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) Harald Mahrer gab heute anlässlich eines Informationstermins die Freigabe der budgetären Mittel bekannt. „Exzellente Lehre und Forschung brauchen modernste Infrastruktur. Daher investiert der Bund 81,4 Millionen Euro, um die Universität Innsbruck und den Innovationsstandort Tirol weiter zu stärken. Mit diesem Neubau bündeln wir die Expertise mehrerer Institute in einem Gebäude, schaffen optimale Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und reagieren auf die steigenden Studierendenzahlen an der Universität Innsbruck. Gleichzeitig stellen wir mit diesem Projekt auch die Weichen für die zukünftige positive Entwicklung am Standort", so Mahrer.

Bis Ende des Jahres soll ein Wettbewerb zur Findung einer architektonischen Lösung ausgeschrieben werden. Auf dem Areal sollen mehrere bisher dislozierte Institute der Universität Innsbruck wie das Institut für Archäologien, das Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik und das Institut für Sprachen und Literaturen Platz finden. "Das neue Gebäude am Standort Alte Chemie wird Raum für zahlreiche universitäre Einrichtungen bieten, die derzeit noch über die Stadt verteilt sind. Das wird neue Synergien schaffen und die Wege – insbesondere auch für unsere Studierenden – verkürzen. Daher sind wir sehr froh, dass die Mittel für den Neubau nun zur Verfügung stehen. Natürlich hoffen wir, dass dann auch das dringend benötigte Haus der Physik am Campus Technik bald realisiert werden kann und sich die Raumnot an unserer Universität in absehbarer Zeit etwas entspannt", sagt Rektor Tilmann Märk.

In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung des gesamten "Innrain-Geländes" zu betrachten. Ziel ist, die Freibereiche untereinander besser zu vernetzen. Durch eine Optimierung dieser Zonen soll eine Durchmischung der Universitätsangehörigen und Studierenden mit der städtischen Bevölkerung erreicht werden.

Der geplante Neubau hat eine Fläche von rund 13.000 Quadratmetern. Neben Büros, sollen dort auch ein großer Hörsaal für 800 Personen, neun Seminarräume, eine Bibliothek und eine Mensa errichtet werden. "Nach Abschluss des Wettbewerbs voraussichtlich im Sommer 2018 folgt die rund zwei Jahre dauernde Planungsphase. Damit wäre ein Baubeginn im Jahr 2020 möglich", sagt Hans-Peter Weiss, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft - Eigentümerin der Liegenschaft.

Zuvor muss allerdings noch das Institutsgebäude aus den 1960er Jahren abgebrochen werden. "Ein Ende ist immer auch der Anfang von etwas Neuem – von diesem werden Studierende, Lehrende, Forschende und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Innsbruck in Zukunft profitieren. Den Platz über 40 Jahren ‚Alten Chemie' wird eines der modernsten Lehr- und Lerngebäude einnehmen. Das ist für das Land Tirol als Forschungs- und Wissenschaftsstandort ein richtungsweisender Schritt und daher begrüße ich es, dass der Bund hier nun viel Geld in die Hand nimmt, um bestmögliche Voraussetzungen für die wissenschaftliche (Praxis)-Arbeit in Tirol zu schaffen", betont der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter.

Anfang Juli wurde mit dem Entrümpeln des alten Mobiliars und der Laboreinrichtungen begonnen. Danach erfolgte die so genannte Entkernung, im Rahmen derer Bauteile getrennt, Oberflächen, oder Technikeinbauten nach Recyclingbaustoffverordnung und Abfallwirtschaftsgesetz entsorgt wurden.

Nun startet der maschinelle Abbruch, bei dem 40 Tonnen schwere Bagger das Stahlbetonskelett schrittweise abbrechen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis Jahresende.

Aufgrund des Strahlenunfalls im Jahr 2013 ist eine "radiologische Begleitung" beim Abbruch von Teilen des Gebäudes erforderlich. Es werden also laufende Strahlen-Messung bei einzelnen Gebäudeteilen und kontinuierliche Überprüfungen der Arbeiten durchgeführt.

Insgesamt müssen im Zuge des Abbruchs 120 Tonnen Stahl und 30.000 Tonnen Beton und Ziegel entsorgt werden. Das Haus hatte rund 8.000 qm Nutzfläche und stand seit dem Umzug der chemisch- und pharmazeutischen Institute in das neue CCB (Centrum für Chemie und Biomedizin) am Innrain 80/82 großteils leer.

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Veröffentlicht am: 24.08.2017 19:00