Wirtschaftspolitik

Wirtschaftskalender 2016 - 17

Wirtschaft wird oft isoliert betrachtet. In Wahrheit ist die ökonomische Situation unseres Landes direkt mit nahezu allen Lebensbereichen verbunden. Wirtschaft betrifft uns alle.

Symbolfoto WirtschaftskalenderUm das zu veranschaulichen, haben wir mit dem Wirtschaftskalender ein neues Format erstellt. Er greift pro Monat ein ökonomisches Thema auf, das mit aktuellen Daten, Grafiken und Expertenbeiträgen illustriert wird.

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Februar 2017 - Aktuelle Zahlen und Fakten

Energie und Klima

Erneuerbare Energien
Die Europäische Kommission hat am 30. November 2016 die Vorschläge zum „Clean Energy Package“ vorgelegt. Teil davon ist der Vorschlag der Europäischen Kommission zur Überarbeitung der Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Bis 2030 sollen 27 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs in der EU aus erneuerbaren Quellen stammen. Um dieses gesamteuropäische Ziel zu erreichen, sollen die einzelnen Mitgliedstaaten ihren geplanten Beitrag zur Erreichung vorlegen. Das nationale Ziel Österreichs soll im Rahmen der österreichischen Energie- und Klimastrategie festgelegt werden.
 
Die Vorschläge durch die Europäische Kommission werden in den nächsten Monaten in Brüssel verhandelt werden, wobei sich Österreich intensiv an der Debatte beteiligen wird. Wichtig wird es sein, einen stabilen Rahmen zu schaffen, um den erfolgreich eingeschlagenen Weg hin zur weiteren Stärkung und Ausbau der Erneuerbaren Energien sicherzustellen.

Österreich hat seinen bisherigen Erfolgsweg beim Ausbau der Erneuerbaren Energien auch der Förderung durch das Ökostromgesetz zu verdanken. Zum Vergleich: 2008 hatte die Ökostromabwicklungsstelle rund 5.000 aktive Förderverträge mit Anlagenbetreibern - Ende 2016 waren es über 23.000 Verträge. Die installierte Leistung stieg im genannten Vergleichszeitraum von rund 1.700 MW auf über 3.800 MW. Auch die Abgabe des geförderten Ökostroms an den Endverbraucher ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag im Jahr 2015 bei knapp 16 Prozent.

Anteil des geförderten Ökostroms am Endverbrauch 2003 bis 2015 in ProzentAnteil des geförderten Ökostroms am Endverbrauch 2003 bis 2015 in Prozent

Neben dem Strombereich haben Erneuerbare Energien generell einen sehr hohen Stellenwert für Österreich. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der inländischen Erzeugung erneuerbarer Energien in den vergangenen zehn Jahren. Inländische Erzeugung erneuerbarer EnergienInländische Erzeugung erneuerbarer Energien

Die große Bedeutung erneuerbarer Energieträger in Österreich spiegelt sich auch im internationalen Vergleich wider, wie auch aus folgender Grafik deutlich hervorgeht:

Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Prozent

  • Klimavertrag von Paris in Kraft getreten
    Das Ende 2015 beschlossene Pariser Klimaschutzabkommen ist am 4. November 2016 in Kraft getreten,  nachdem bereits mehr als 192 Staaten das Abkommen ratifiziert haben.

 

  • UN-Klimakonferenz in Marrakesch 2016
    Die 22.UN-Klimakonferenz stand ganz im Zeichen des Inkrafttretens des Pariser Abkommens. Österreich war unter den 196 Teilnehmerstaaten der Konferenz, welche in der Abschlussproklamation einen erarbeiteten Fahrplan zur praktischen Umsetzung des Abkommens präsentierte.

 

Europäische Union ist Vorreiterin
Die Europäische Union zeigte sich in Marrakesch wie auch bereits in Paris als weltweite Vorreiterin und Kämpferin gegen den Klimawandel. Das wichtigste Instrument der europäischen Klimapolitik, das Emissionshandelssystem, wird derzeit an die neuen Zielsetzungen angepasst. Dabei spielen insbesondere die verstärkt nötigen Carbon Leakage Regelungen, also Regelungen zur Vermeidung von Abwanderung der Industrie in Regionen mit geringeren Klimaschutzauflagen, eine wesentliche Rolle.

Mitte 2016 wurde zudem von der Europäischen Kommission die „Effort Sharing Decision“ veröffentlicht. Diese sieht CO2-Emissionsreduktionsziele für die einzelnen Mitgliedsstaaten in den vom Emissionshandelssystem ausgenommenen Bereichen vor. Für Österreich wurde hier eine Reduktion um 36 Prozent vorgeschlagen, es wird derzeit in Brüssel über die endgültigen nationalen Ziele verhandelt. Der Weg zur Erreichung dieses Zieles soll unter anderem in der Energie- und Klimastrategie vorgezeichnet werden, welche nach einem breiten Konsultationsverfahren derzeit vom BMWFW gemeinsam mit dem BMLFUW, dem BMVIT und dem BMASK - unter Einbindung des BKA und des BMF sowie der Bundesländer und Sozialpartner - erstellt und Mitte 2017 präsentiert wird.

„Clean Energy Package“ der Europäischen Kommission bringt auch Neuerungen für die Energieeffizienz
Der eingeschlagene Weg, Energie durch kosteneffiziente Maßnahmen sparsam einzusetzen, findet sich auch im „Clean Energy Package“ der Europäischen Kommission. Insbesondere in den darin enthaltenen Legislativvorschlägen zur Energieeffizienz-Richtlinie und zur Gebäudeeffizienz-Richtlinie werden wichtige Weichenstelllungen für die Zukunft gesetzt, um auch langfristig ein sicheres, nachhaltiges und leistbares Energiesystem zu gewährleisten.
Die Energieeffizienz-Richtlinie sieht dabei die  EU-weite verbindliche Energieeffizienzverbesserung um 30 Prozent bis 2030 gegenüber PRIMES 2007 vor. Die Vorschläge werden ebenso in den nächsten Monaten intensiv in Brüssel verhandelt werden, wobei sich Österreich intensiv an der Debatte beteiligen wird.

 Energieeffizienz 2030 - EU 28

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Letzte Änderung am: 01.02.2017 10:09