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VOC-Richtlinie

VOC ist die Abkürzung von Volatile Organic Compounds und bezeichnet flüchtige organische Verbindungen, die als Lösungsmittel in einer Vielzahl gewerblicher Anwendungen und industrieller Prozesse verwendet werden. Auf Grund ihrer Flüchtigkeit werden sie dabei direkt oder indirekt in die Luft abgegeben. Lösungsmitteldämpfe sind Photooxidantien, d.h. sie sind Ausgangsstoffe für die Bildung des bodennahen Ozons ("Sommer-Smog"). Darüber hinaus können einige dieser Verbindungen bei direkter Einwirkung beim Menschen gesundheitliche Schäden verursachen (krebserzeugend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend). Die EU hat daher am 11.3.1999 die Richtlinie 1999/13/EG über die Begrenzung von Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen, die bei bestimmten Tätigkeiten und bei der Verwendung organischer Lösungsmittel entstehen, (VOC-Richtlinie, in Deutschland auch Lösungsmittel-Richtlinie genannt) beschlossen.

Die Umsetzung der VOC-Richtlinie in Österreich erfolgte durch die

VOC-Anlagen-Verordnung (VAV), BGBl. II Nr. 301/2002 vom 26.7.2002

Sie gliedert sich in vier Abschnitte und acht Anhänge, gilt nur für die im Anhang 1 aufgezählten Tätigkeiten und erst ab einem jährlichen Lösungsmittelverbrauch von 500 kg.

Für die Verwendung halogenierter organischer Lösungsmittel (HKW) - insbesonders in Anlagen für die Chemisch-Reinigung und die Reinigung der Oberflächen von Materialien oder Produkten - wurde die VOC-Richtlinie durch die

HKW-Anlagen-Verordnung (HAV), BGBl. II Nr. 411/2005

umgesetzt. Sie gliedert sich in fünf Abschnitte, wobei sich der dritte Abschnitt speziell mit der Verwendung chlorierter organischer Lösungsmittel befasst. Anhang 1 enthält die für die Erstellung einer Lösungsmittelbilanz notwendigen Definitionen und die Leitlinien für die Verwendung der Lösungsmittelbilanz zum Nachweis der Einhaltung des Grenzwertes für diffuse Emissionen oder des Gesamtemissionsgrenzwertes. In Anhang 2 finden Sie das Meldeformular für Betriebe. Diese Meldung ist erstmals zwischen 1.1. und 28.2.2008 und danach alle drei Jahre der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat zu senden. Anhang 3 enthält das Meldeformular für die Meldung der Bezirkshauptmannschaft oder des Magistrates an den Landeshauptmann und im Anhang 4 finden Sie das Meldeformular für die Meldung des Landeshauptmanns an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit.

Folgende Hinweise und Hilfen stehen Ihnen zum Herunterladen zur Verfügung:

  • Meldeformular Betrieb für die Meldung einer VOC- oder HKW-Anlage bei der Behörde
  • Meldeformular Bezirkshauptmannschaft für die Meldung der Bezirkshauptmannschaft/des Magistrates beim Landeshauptmann (für VAV oder HAV)
  • Meldeformular Landeshauptmann für die Meldung des Landeshauptmannes beim Wirtschaftsminister (für VAV oder HAV)
  • Formular Emissionsberechnung für die Berechnung der Emission (nur für VOC-Anlagen bis 2000 kg jährlichen Lösungsmittelverbrauch)

Bei konkreten Fragen (z.B. im Zusammenhang mit einem Genehmigungsverfahren) wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Sachverständigendienst beim Amt Ihrer Landesregierung

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat Leitfäden für die Erstellung von Lösungsmittelbilanzen und Reduktionspläne für folgende Tätigkeiten ausgearbeitet:

  • Holzbeschichtung
  • Fahrzeugreparaturlackierung und Kleinserienlackierung
  • Fahrzeugserienlackierung
  • Sonstige Beschichtung

Diese können unter abteilung.51@lebensministerium.at oder Tel. 01/51522-2143 angefordert werden.