Tourismus & Historische Bauten

Palmenhaus - Burggarten Wien

Adresse:
Burggarten
Burgring, Opernring
A-1010 Wien

 Palmenhaus Ansicht

Das Palmenhaus

Die Erhaltung alter, wertvoller Bausubstanz ist eine der hervorragenden Aufgaben unserer Zeit; die Revitalisierungen der Glashäuser -auch liebevoll "Palmenhäuser" genannt - ist eine dieser Herausforderungen. Das Palmenhaus im Burggarten ist eine Mischung von Späthistorismus, Barock und Jugendstil, aber genial in seiner Einbindung in das bestehende Ensemble der Neuen Hofburg. Die letzte große Orangerie Europas: ein Abgesang habsburgerischer Größe.

Zur Geschichte

Das Glashaus im Burggarten, offiziell Palmenhaus genannt, entstand in jener Zeit, in der die Kunst in den Historismus flüchtete und die Natur durch "städtisches Grün" ersetzt ,wurde.

Der k. u. k. Rath und Kanzleidirektor der Hofbaudirektion Ludwig von Remy errichtete nach dem Abriss des ursprünglichen Gebäudes (errichtet 1698) 1823-1826 im Burggarten eine Orangerie entsprechend jener in Schönbrunn, ein klassizistisches Gewächshaus" von etwa 130 in Länge, das bis zur Jahrhundertwende erhalten blieb. Der Abriss erfolgte ab 1901, gleichzeitig wurde mit dem Bau des nach Plänen von Hofarchitekt Friedrich Ohmann gestalteten neuen "Palmenhauses" begonnen, dessen Sanierung nunmehr ihren Abschluss gefunden hat.

Palmenhaus Ansicht2 und Details 

Nach seiner Errichtung präsentierte sich das neue Glashaus als später Vertreter des sogenannten architektonischen Glashausbaues. Erst 1904 stand die Nutzung des Innenraumes fest, nachdem sie jahrelang zwischen höfischem Wintergarten, Blumensalon, Gewächshaus und anderen Veränderungen variiert worden war.

Architektur und Realisierung

Der Bau setzt sich aus fünf Teilen zusammen: aus dem hohen Mittelteil, den beiden Seitenflügeln und den beiden Ecktürmen (sowie dem von Ohmanns Nachfolger Ludwig Baumann errichteten östlichen Zubau mit dein Albrechtstor). Ein ursprünglich vorhandener, eingeschoßiger Verbindungsgang zur Hofburg wurde bereits 1918 abgerissen; er störte Erzherzog Franz Ferdinands Ausblick auf die Rückseite der Hofbibliothek. In die heutige Raumfolge miteinbezogen ist der sogenannte Gartenverwaltungshof als Bindeglied zur Nationalbibliothek.

Der Fassade des Mittelteils ist eine aus sechs Dreiviertelsäulen bestehende Kollonnade vorgelagert, die von zwei Pylonen gerahmt wird. Die Säulen werden von Vasen bekrönt, die Pylonen von Figurengruppen. Für die "obere Abdeckung" dieses Mittelteiles, aber auch für die anschließenden "Seitenteile" wurden genietete Eisenprofile verwendet. Diese Glas-Eisenteile entsprechen dem Vokabular des Gewächshausbaues.

Der Porticus des Mittelbaues, die im Rustikamauerwerk ausgeführten Eckpavillons, die den Glaswänden "vorgeblendete" niedere Steinarchitektur, all das ist höfisches Glashaus.

Typisch für das damalige Bauen in Wien ist die Verwendung zahlreicher Steinsorten, z.B. Kalksandsteine ans Marzano und aus vielen - teils entlegenen - Gebieten der k. u. k. Monarchie.

Die Gegenüberstellung der funktionalen Glas-Eisenkonstruktion mit all der Monumentalität spätklassizistischer Formen, mit sezessionistischen Applikationen und "barockem Beiwerk" bis hin zu jonischen Kapitellen war wahrscheinlich bewusst, sie gelang allerdings nicht ohne Brüche. Das Wunder dieses Baues ist jedoch, dass er trotz seiner Schwächen zu einem "der schönsten der Wiener Architektur der Jahrhundertwende" zählt. (Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert.)

 

Palmenhaus Ansicht3 

Nutzung

Die Nutzung des Komplexes erfolgt derart, daß die dominierenden Eisen-Glaskonstruktionen die wichtigsten Bereiche aufnehmen: ein sogenanntes Schmetterlingshaus, im hohen Mittelteil ein Caféhaus und in den restlichen zwei Abteilungen Pflanzenabteilungen der Bundesgartenverwaltung. Als Ersatz für die abgegebenen Abteilungen wurde zur Verwendung durch die Bundesgärten der Gartenverwaltungshof mit einer Stahl-Glas-Konstruktion überdacht sowie mit einem Aufzug versehen. in den Räumen rund um dieses neu entstandene "Glashaus" sind u.a. die neuen Kühlräume und die neue Blumenbinderei untergebracht, wo auch für große Veranstaltungen wie Staatsempfänge und den Opernball die erforderlichen Vorarbeiten geleistet werden können.

Palmenhaus Innenansicht 

Die bis zum Burggarten vorgezogenen Untergeschoßräume (auf dem Niveau des Gartenverwaltungshofes) nehmen die Sozial- und Sanitärräume der Bundesgärten ebenso auf wie die öffentlichen WC-Anlagen für den Burggartenbereich, welche behindertengerecht gestaltet worden sind.

* Schmetterlinghaus Palmenhaus :
http://www.schmetterlinghaus.at/

* Nebenräume (Wintergarten) :
Event Company Opitz & Hasil
http://www.event-company.at/
(Buchungen für Veranstaltungen - von Frühling bis Winterbeginn)

* Cafe Palmenhaus :
http://www.palmenhaus.at/
(Buchungen für geschlossene Gesellschaften außerhalb der  Gartensaison)

Kontakt

Roland Ahorner: roland.ahorner@bmwfw.gv.at

Letzte Änderung am: 09.05.2016 15:38