Technik & Vermessung

Beschussgesetz

Das Beschussgesetz (Bundesgesetz über die obligatorische Erprobung von Handfeuerwaffen und Patronen) sieht im wesentlichen vor, dass jede Handfeuer­waffe sowie höchstbeanspruchte Teile davon ebenso wie Patronen, bevor sie in Österreich in Verkehr gebracht werden, von den Beschussämtern auf ihre Hand­habungs- und Funktionssicherheit zu erproben und durch Anbringen eines amtli­chen Beschusszeichens an der Waffe bzw. durch ein Prüfzeichen auf den Packun­gen für Patronen zu kennzeichnen sind.

Die dabei zur Anwendung gelangenden Prüfvorschriften werden unter Mitwirkung Österreichs von einer "Ständigen Internationalen Kommission für die Prüfung von Handfeuerwaffen" (Commission Internationale Permanente pour l`épreuve des armesa à feu portatives - C.I.P) erarbeitet, der neben Österreich 13 weitere Mitg­liedstaaten beigetreten sind. Die von den Beschussämtern dieser Länder vorgenommenen Prüfungen werden gegenseitig anerkannt.

Somit vereinen sich im österreichischen Beschusswesen, das auf eine mehr als 500 Jahre lange Tradition zurückblicken kann, in der Gegenwart das Prinzip der Produktsicherheit und der Gedanke des freien Warenverkehrs in geradezu idealer Weise.

C.I.P

Commission Internati­onale Perma­nente pour l'épreuve des armes à feu portati­ves kurz C.I.P wurde mit der Convention vom 15. Juli 1914 gegründet. Diese Con­vention ist ein multilateraler Staatsvertrag, dessen Ziel es ist, in den
Mitg­liedstaaten zur Erreichung eines möglichst hohen Grades von Sicherheit für den Be­nutzer ziviler Handfeuerwaffen, einheitliche technische Bestimmungen für die Prü­fung von Handfeuerwaffen und Munition zu schaffen. Damit wurde gleichzeitig erstmals auf brei­ter Basis die Grundlage für die gegenseitige An­erkennung der amtlichen Be­schuss­zeichen dieser Länder gegeben.

Derzeit gehören der C.I.P. folgende 14 Staaten an: Chile, Bel­gien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbri­tannien, Italien, Russland, Slowakei, Spanien, Tschechien, Un­garn, Vereinigte Arabische Emirate und Österreich.

Die Wurzeln der C.I.P. liegen in drei Gedanken, die untrennbar miteinan­der ver­bunden sind. Es sind dies

  • die Vereinheitlichung der staatlichen Vorschriften für die Prüfung von Handfeu­erwaf­fen und Munition um ein in allen Mitgliedstaaten einheitli­ches Niveau der Sicherheit von Handfeuerwaf­fen für den Benutzer fest­zulegen,
  • die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die von staatlichen Prüfstel­len vorge­nom­menen Erprobungen gegenseitig anerkannt wer­den können,
  • die Erleichterung des zwischenstaatlichen Handels mit zivilen Handfeuer­waffen und Munition.

Das dabei von den Mitgliedstaaten der Convention angestrebte Sicherheitsniveau orien­tierte sich von allem Anfang an nicht am Prinzip des "kleinsten gemeinsa­men technischen Nen­ners", sondern war stets gekenn­zeich­net durch die Berück­sichti­gung aller bestmögli­chen technischen Möglichkeiten. Die C.I.P. hat sich so­mit im­mer als jenes Instrumentarium gese­hen, welches die Garantie für die Festlegung des jeweils aktuellen Standes der Tech­nik auf dem Gebiet der Prüfung von Hand­feuerwaffen und Munition bietet.

Kontakt

Abteilung I/10: post.I10@bmwfw.gv.at

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung am: 19.08.2015 15:13