Energie & Bergbau

Verpflichtete energieverbrauchende Unternehmen

Registrierung als ein großes energieverbrauchendes Unternehmen

Verpflichtete große Unternehmen gemäß § 9 haben unterschiedliche Meldeverpflichtungen laut Energíeeffizienzgesetz (EEffG). Zur Durchführung dieser Meldungen ist eine Registrierung erforderlich. 

Die Festlegung - ob man als ein großes Unternehmen gilt - ist durch die Größenklassen in der europäischen Energieeffizienzrichtlinie (EED; 2012/27/EU) vorgegeben, die wiederum auf die KMU-Definition der Europäischen Kommission vom Mai 2003 verweist und am 1. Jänner 2005 in Kraft trat (Amtsblatt Nr. L Nr. 124, veröffentlicht am 20. Mai 2003). Hierin wurden Schwellenwerte für die Beschäftigtenzahl als auch für Umsatz und Jahresbilanzsumme definiert:

  • Mittleres Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, einem Umsatz von kleiner oder gleich 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme von kleiner oder gleich 43 Mio. Euro
  • Kleinunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern, einem Umsatz von kleiner oder gleich 10 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme von kleiner oder gleich 10 Mio. Euro
  • Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, einem Umsatz von kleiner oder gleich 2 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme von kleiner oder gleich 2 Mio. Euro.

Die für die Einstufung eines Unternehmens als KMU ausschlaggebenden Faktoren sind somit:

1. Zahl der Mitarbeiter und

2. entweder Umsatz oder Bilanzsumme.

Um als mittleres Unternehmen qualifiziert zu werden ist es erforderlich, dass einerseits die Mitarbeiterzahl von 249 und weiters wahlweise der Umsatz von 50 Mio. Euro oder die Bilanzsumme von 43 Mio. Euro nicht überschritten wird.

Beschäftigt ein Unternehmen z.B. 250 Mitarbeiter (oder mehr), ist es jedenfalls als großes Unternehmen zu qualifizieren. Beschäftigt es weniger als 250 Mitarbeiter, so ist es nur dann als großes Unternehmen zu qualifizieren, wenn der Schwellenwert, den das Unternehmen wahlweise einhalten möchte (Bilanzsumme oder Umsatz), überschritten wird. Liegt also der Umsatz bei einem Unternehmen, das z.B. 249 Mitarbeiter beschäftigt, bei mehr als 50 Mio. Euro, die Bilanzsumme aber bei 43 Mio. Euro (oder weniger), so braucht sich das Unternehmen nur auf die Bilanzsumme zu stützen, um als KMU qualifiziert zu werden.

Faktisch bedeutet das, dass ein Unternehmen - sofern es den Mitarbeiterschwellenwert von 249 Mitarbeitern nicht überschreitet - jedenfalls als großes Unternehmen zu qualifizieren ist, wenn es sowohl den Umsatz- als auch den Bilanzsummenschwellenwert überschreitet.

Bekanntgabe, ob ein Managementsystem eingeführt wird

Bis spätestens 31. Jänner 2015 haben Unternehmen, die unter den § 9 EEffG fallen, die Erklärung abzugeben, ob sie ein zertifiziertes Managementsystem eingeführt haben bzw. ein Managementsystem einführen werden.  

Für die Bekanntgabe der Einführung eines Managementsystems muss sich jedes Unternehmen, das selbst aufgrund der Mitarbeiter-/Jahresbilanz-/Umsatzzahlen verpflichtet ist oder auch aufgrund einer eigentumsrechtlichen Verflechtung von mehr als 50 Prozent unter die Verpflichtung fällt, unter http://www.monitoringstelle.at/index.php?id=679 registrieren. Eine gemeinsame Meldung aller in einem Konzern befindlichen Unternehmen ist nicht möglich, es ist viel mehr für jedes einzelne Unternehmen ein eigener Registrierungsdatensatz anzulegen.

Entscheidend ist, dass bei der Verpflichtung gemäß § 9 nur alle in Österreich ansässigen Konzernteile konzernmäßig zusammengerechnet werden müssen. Bei der konzernmäßigen Zusammenrechnung, muss man sich als Ausgangspunkt also am Gesamtkonzern (also am obersten Mutterunternehmen) orientieren und alle ihre direkten und indirekten Töchter, die ihren Sitz in Österreich haben, für die Ermittlung der Mitarbeiter-, Umsatz- und Bilanzwerte heranziehen.

Ausländische Töchter bzw. eine ausländische Mutter sind für die Feststellung der Mitarbeiteranzahl bzw. Bilanz- und Umsatzsumme nicht von Relevanz.

Überschreiten jedoch alle in Österreich operierenden Konzernteile gemeinsam die gesetzlichen Schwellenwerte (zu Mitarbeitern, Umsatz und Bilanzsumme), so sind sie auch gemeinsam als großes Unternehmen zu qualifizieren und fallen somit unter die Verpflichtung gemäß § 9 EEffG.

Hier erhalten Sie eine Übersicht der unterstützten Browser und Versionen inklusive der erforderlichen Einstellungen zur Nutzung des Formulars.

Meldung der Durchführung eines Energieaudits oder die Implementierung eines zertifizierten Managementsystems

Bis spätestens 30. November 2015 haben Unternehmen, die gem. § 9 EEffG verpflichtet sind, die Durchführung eines Energieaudits oder zertifizierten Managementsystems zu melden. Auch Energieaudits, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes durchgeführt wurden und den Mindestanforderungen gem. § 18 EEffG entsprechen, werden innerhalb der Vierjahresfrist anerkannt.

In diesem Zusammenhang wird auf § 9 Abs. 2 sowie § 32 Abs. 1 EEffG verwiesen. Gemäß § 9 Abs. 2 haben große Unternehmen in Österreich zumindest alle vier Jahre ein externes Energieaudit durchzuführen oder ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem samt einem internen oder externen Energieaudit ab dem 1. Jänner 2015 einzuführen. Das EEffG verlangt, dass große Unternehmen binnen elf Monaten nach Inkrafttreten ihrer Verpflichtung erstmals ein Energieaudit durchführen müssen, haben sie sich nicht für die Einführung eines Managementsystems entschieden. Auch die Einführung eines Managementsystems hat in vollständigem Umfang binnen zehn Monaten nach Abgabe der Erklärung zu erfolgen. Die Durchführung der Energieaudits nach dem Gesetz darf nur von Expertinnen und Experten, die nach § 17 EEffG qualifiziert sind, erfolgen.

Informationen für Unternehmen, die gemäß § 9 EEffG alternativ zur Durchführung eines externen Energieaudits die Option eines internen Audits in Kombination mit einem zertifizierten Management wählen, finden sie hier.

Weitere Informationen zum Meldewesen werden auf dieser Website bekanntgegeben.

Kontakt

Abteilung Energiebilanz und Energieeffizienz: post.III2@bmwfw.gv.at

Letzte Änderung am: 29.10.2015 15:18